Ausflug in den Dschungel
Den Nachmittag verbrachten wir mit der Erkundung des Ortes un der Organisation unseres Ausfluges in den Dschungel. Wir liefen vom Hotel bis auf den zentralen Platz, der anscheinend in allen Orten entweder Plaza des Armas oder Plaza Mayor heißt. Da hier im Moment Regenzeit ist, sind nur wenige Touristen unterwegs. Es war schwül-heiß und wir gingen erst mal etwas essen. Ina kennt sich ja mit den Gepflogenheiten hier gut aus und so steuerten wir ein kleines Lokal an, das wir beide niemals ausgewählt hätten. Überall in Peru werden in den Restaurants sehr günstige Mittagsmenüs angeboten. Hier kostete es 8 Soles (ca 2 Euro). Dafür gab es eine Suppe, ein Hauptgericht (bei dem man sogar die Wahl zwischen 3 verschiedenen Gerichten hatte) und eine Kanne Limonade. Wirklich sehr günstig und es hat auch nicht schlechter geschmeckt als weitaus teurere Lokale in Lima.
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| Rio Madre de Dios |
Danach liefen wir zum Fluss Madre de Dios. In der Nähe des Flusses gibt es viele Agenturen, die unterschiedliche Touren in den Tambopata Nationalpark anbieten. Wir ließen uns einige Angebote machen und entschieden uns für eine 2-Tages-Tour mit Boot und Übernachtung in einer Dschungel-Lodge am Lake Sandoval.
Den Abend verbrachten wir im Casa de la Cerveza und einem anderen ganz netten Lokal mit einer großen Dachterrasse, von wo aus man den ganzen Platz überblicken konnte.
Am nächsten Morgen wurden wir sehr früh vom Hotel abholt, zur Reiseagentur transportiert und dort mit Gummistiefeln ausgestattet. Unsere großen Rucksäcke konnten wir Gott sei Dank dalassen. Die bei dieser Schwüle kilometerweit durch den Dschungel zu schleppen, hätten wir wahrscheinlich sowieso nicht geschafft! Unser Führer Elmar war auch schon da. Er würde uns die ganzen zwei Tage lang begleiten.
Dann ging es auch schon los. Wir liefen ca. 10 Minuten bis zur Bootsanlegestelle am Madre de Dios, wo unser Bootsführer schon auf uns wartete. Die Fahrt dauerte ca. eine dreiviertel Stunde bis wir wieder anlegten. Zunächst ging es das Ufer hoch und danach zu einer Rangerstation, wo alle Personen, die in den Nationalpark gehen, registriert werden müssen. Dort mussten wir auch unsere Wanderschuhe gegen Gummistiefel tauschen. Zunächst war der Pfad noch ziemlich trocken, aber teilweise musste man bis zum Rand der Gummistiefel durch den Matsch.
Der Fußweg bis zur Anlegestelle des Paddelbootes, mit dem es dann über den See ging, war ungefähr 3 km lang und schon da gab es viel zu sehen: eine Tarantel, Affen, exotische Vögel, Blattschneiderameisen, große wunderschöne Schmetterlinge und alle möglichen Insekten. Unser Führer sah die Tiere immer schon lange, bevor wir irgendetwas entdecken konnten und zeigte sie uns geduldig, bis auch der letzte sie in dem vielen Grün fand.
An der Bootsanlegestelle mussten wir erst mal unsere Gummistiefel vom Schlamm befreien, bevor wir ins Boot steigen durften. Dann paddelten wir durch einen sumpfartigen Kanal, bis wir den See erreichten. Bei der Überquerung sahen wir wieder viele Vögel und Affen verschiedener Arten in den Bäumen. Unglaublich sind die Geräusche und Gerüche und natürlich auch die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit.
Schließlich erreichten wir die Lodge auf der anderen Seite des Sees, wo wir unsere Hütte für die Nacht bezogen und es schon Mittagessen für uns gab. Dort waren noch ein paar andere Tagesausflügler, die aber schnell wieder verschwunden waren. Nach dem Mittagessen hatten wir eine Ruhepause von ungefähr einer Stunde. Zwischen den Bäumen waren Hängematten gespannnt, die ganz ideal für dieses Klima sind und wir schliefen tatsächlich alle drei ein.
Unser Guide Elmar war sehr streng mit uns und wir durften nicht zu lange trödeln. Nach der Mittagspause paddelten wir wieder los, um die Riesenotter zu suchen, die in dem See leben und vom Aussterben bedroht sind. Es lebt eine Gruppe von ihnen und ein Einzelgänger im See und man braucht schon etwas Geduld, um sie zu finden. Wir hatten Glück, weil wir gleich zweimal auf die Gruppe stießen und sie gut beobachten konnten. Den Rest des Nachmittags paddelten wir weiter am Ufer des Sees entlang und Elmar zeigte uns verschiedene Affenarten, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, viele Vogelarten und erklärte uns Geräusche, die sich für uns nach Maschinen oder sonderbarem Brüllen anhörten, zu welchem Tier die gehörten. Ein ganz lautes Brüllen stammte zum Beispiel von orangefarbenen Affen, mit dem sie sich über einige Kilometer hin verständigen und das für den nächsten Tag Regen ankündigt (so war es dann auch!).
Als die Sonne unterging kehrten wir zum Abendessen in die Lodge zurück und waren dort mit dem Koch und Elmar völlig alleine. Auf dem See waren Unmengen von Insekten in der Dämmerung unterwegs, gejagt von Fledermäusen. Eine ganz wunderbare Stimmung, die wir so schnell bestimmt nicht wieder erleben. Das Essen war gut - inzwischen wissen wir, dass die Peruaner oft, gerne und viel essen.
In völliger Dunkelheit ging es wieder auf den See hinaus, diesmal um Kaimane zu finden. Elmar hatte eine sehr gute Taschenlampe dabei und machte sich über unsere Funzeln lustig. Mit denen hätten wir einen Kaiman erst gefunden,, wenn er direkt vor uns sein Maul aufgerissen hätte. Aber so leuchtete er am Ufer entlang und man konnte die Augen rot in der Dunkelheit glühen sehen. Mit dem Boot konnte man ziemlich nahe an die Tiere ranfahren, bis sie geräuschlos ins Wasser abtauchten. Sehr unheimlich!
Später brachen wir noch zu einer Nachtwanderung in den Dschungel auf, weil man in der Dunkelheit am besten nachtaktive Insekten beobachten kann. Auch gibt es eine nachtblühende Seerosenart, die er uns zeigte. Schließlich verkrochen wir uns unter unsere Moskitonetze, weil Emar für den nächsten Morgen Aufbruch um 4:30 Uhr vorgegeben hatte, um verschiedene Papageienarten aufzuspüren,, die man nur frühmorgens beobachten kann.
Am nächsten Morgen standen wir also um die vorgegebene Zeit auf und paddelten gleich wieder an eine andere Stelle des Sees, von der uns Elmar aus wieder in den Urwald führte. Inzwischen wurde es hell und man hörte wie rundherum die Tierwelt erwachte. Nach einem längeren Marsch erreichten wir eine Stelle, wo sich bunte Papageien in der Morgendämmerung versammelten und laut schrieen. Wir konnten verschiedene Arten beobachten und paddelten dann zum Frühstück zurück zur Lodge. Auf dem Weg zurück stießen wir zu unserem Glück nochmal auf die Riesenotter und konnten ihnen ganz nahe kommen.
Bis zum Mittagessen führte uns Elmar an verschiedenen Urwaldriesen vorbei, er ging mit der Machete voran und hackte uns zeitweise den Weg frei. An manchen sanken wir so tief in den Matsch ein, dass wir fürchteten, dass uns das Wasser in die Stiefel läuft. Es wurde zunehmend schwüler und tatsächlich zeigte sich, dass die Affen recht hatten, weil es am Nachmittag zum regnen anfing, besser gesagt, es goß wie aus Eimern.
Am Nachmittag ging es dann zurück nach Puerto Maldonado, d.h. nochmal über den See paddeln, Fußmarsch bis zur Kontrollstation des Nationalparks, mit dem Motorboot über den Fluß zurück in die Stadt. Dort holten wir unser Gepäck ab, verabschiedeten uns von Elmar und bezogen ein Hotelzimmer direkt am Fluß. Dort verbrachten wir noch eine Nacht zusammen und am nächsten Tag nahmen Fritz und ich den Nachtbus nach Cusco. Ina blieb noch bis zum nächsten Tag und flog dann zurück nach Lima. Schade, dass sie nicht mehr Zeit hatte, aber wir wollen uns am Ende unserer Reise nochmal in Lima treffen.














Klingt nach vielen neuen Erfahrungen für die Sinne. Kan mir gut vortstellen, wie unheimlich befremdlich die Nachtgeräusche im Dschungel wirken. Aber besser als grölende Besoffene auf der Auerfeldsstr. und in Stahlbeton kreischende stumpfe Bohrer. Noch einen schönen Urlaub und eine gute Zeit. Viele Grüße aus dem kalten Bayern. Mike
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